[Werbung] - FKK - viel nacktes Fleisch

Der Tag, an dem ich die Leute traf, die ich jeden Tag in der Instagram Story stalke und jede Menge feinstes Fleisch probieren konnte. Eine Kurzgeschichte!

Es begann alles sehr überraschend. Die Frau geht schon ins Bett und man möchte nur noch eben was zu Ende gucken, vermutlich Fußball, und auf einmal wird man über seine Facebookseite angeschrieben. „Du hast die Teilnahme bei FKK in Kassel gewonnen. Kannst du?“ Onkel Kethe schreibt mich an. Ich erinnerte mich daran an einem Gewinnspiel teilgenommen zu haben, aber da man eh nie gewinnt, vergisst man sowas ja schnell. Was habe ich dafür eigentlich gemacht?

Aber ich kann nicht. Ich bin im Urlaub. Das kann nicht wahr sein. Den Montag davor habe ich schon eine Veranstaltung bei Don Carne abgesagt, an der sogar Reiner Calmund teilnimmt und jetzt noch sowas. Und nach Berlin zum Food. Blog. Meet konnte ich auch nicht, weil ja Sturmtief Xavier halb Deutschland zerstört hat und mich nicht nach Berlin gelassen hat. Es zeiht sich so durch. Eigentlich ist diese Food-Fotografie nur ein Hobby, aber es ergeben sich so viele Sachen, die mir durch die Lappen gehen. Schande!
Das akzeptiere ich jetzt nicht. Doch wie bringe ich das Miri bei? Wir müssen am Samstag aus dem Urlaub wieder da sein und ich muss an dieser Veranstaltung teilnehmen. Onkel Kethe und BigMeatLove sind meine Vorabend-Serie und die möchte ich jetzt auch mal treffen. Ich weiß ja sogar schon, welches Fleisch es gibt. Also voller Selbstbewusstsein zum Schlafzimmer: „Äh… Hallo… wir müssen den Urlaub verkürzen… Äh… Onkel Kethe… Big Meat Love…“ „JA NA TOLL! KANN ICH JETZT SCHLAFEN?“ „Ja…Äh…Tschüß“
Dann muss mir Kevin halt noch einen halben Tag Zeit geben. Das tut er auch. Am nächsten Tag wird geplant, dass alle zufrieden sind, wir aber am Freitag (27.10) wieder in Münster sind, damit wir am Samstag um 11 Uhr wieder Richtung Kassel starten können. Ich kann Kevin zusagen.
Also Urlaub gemacht. Sauerland, Quedlinburg, Tschechien, Sachsen und über Kassel wieder nach Münster. Ich winke in den gegenüberliegenden Stau und sage: Bis morgen!

Die nächsten 20 Stunden vergehen sehr schnell. 15 Uhr Ankunft zu Hause, 17 Uhr Wohnmobil abgeben, ab 18 Uhr packen, schlafen, aufstehen, Auto vollladen, mit dem Hund rausgehen und 11 Uhr Abfahrt. Wir schaffen es sehr pünktlich zum BBQ Store Kassel, an dem Miri mich einfach rausschmeißt und wieder losfährt, um das Sauerland zu erkundschaften. Ich weiß nicht, wie ich wieder wegkomme, aber erstmal möchte ich ja sowieso bleiben.
Und dann geht es los:
Als erstes treffe ich sofort Flo, BigMeatLove. Was macht er gerade? Ne Story mit „Schatzi“. Das hatte ich nicht anders erwartet. Dann begrüßen wir uns freundlich, ich denke mal dass er mich nicht zuordnen kann. Aber ich habe ja auch noch nie ein Bild von mir gepostet. Nicht so schlimm. Dann die einzig beiden schon bekannten Gesichter. Jana und Lars von "Teller abgeleckt". Die beiden kenne ich von unseren Bloggertagen bei Sasse und der Hafenkäserei Münster.
Die beiden sind auch mit Kevin angereist und sagen mir, dass er noch einkaufen ist. Aber an die beiden halte ich mich, das ist immer nett.
Allerdings sehe ich sehr bald den berühmten Wagyu-Rücken aus dem DryAger von Flo und muss den erstmal von Nahem betrachten. Unglaublich. Sowas habe ich noch nie gesehen. Ich werde immer gespannter darauf, was heute noch so kommt.
Dann kommen Klaus und Kevin vom Einkaufen mit großen Kisten voller Gemüse und anderen Leckereien. Nun lerne ich Kevin kennen, der mich nett begrüßt und es scheint so, als wüsste er, von welchem Blog ich komme. Wir hatten aber auch vorher geschrieben. Dann geht es los. Eine Begrüßung von allen drei Gastgebern und dann startet Flo mit dem ersten Gericht.
Er macht zunächst ein Wagyu-Sushi aus dem Cap (Spinalis Dorsi) vom Ribeye. Hier erfahrt ihr auf seiner Seite mehr darüber. Das Wagyu Fleisch kommt aus meiner Heimatstadt Münster vom Hof Rottmann. Chef Dominik Rottmann ist auch vor Ort und erzählt uns, während Flo kocht, etwas über die Aufzucht, Haltung, Schlachtung und Weiterverarbeitung seiner Wagyu-Rinder. So bekommt man auch eine Geschichte zu diesem besonderen Stück Fleisch.
Das Cap kommt für ganz kurze Zeit auf eine Plancha, wird anschließend in ganz dünne Scheiben geschnitten und dann auf den Teller gegeben mit etwas Reis, Wasabi und Sojasoße und einem Stengel Salicorn. Was ein Geschmackserlebnis. Genau die richtige Menge an Wasabi, sodass es nicht zu scharf wird, aber nach Wasabi schmeckt.
Anschließend werden natürlich die Ribeye-Steaks gegrillt und jeder bekommt 2 Scheiben davon. Nachdem das erste Stück ohne Salz und Pfeffer probiert wurde ist auch klar, das Fleisch ist so perfekt. Der nussige Geschmack von der Trockenreifung und der einzigartige Geschmack vom Wagyu-Fleisch hauen einen völlig um. Und das war erst das erste Stück Fleisch an diesem Tage. Dazu gibt es noch asiatisches Wok-Gemüse, das Kevin in einem Wok zubereitet hat, das geht aber als Beilage in diesem Moment natürlich völlig unter.

 

Nun macht Kevin mit seinem Stück Fleisch weiter. Ich hatte die Instagram Story von ihm verfolgt und wusste schon, dass es auf dem Weg zu diesem Treffen einen herben Rückschlag gab. Zunächst hatte er einen Wildschweinrücken, den Yuri, im Dry Ager, der aber leider 2 Wochen vor Ende der Reifezeit, unrettbar vergammelt war. Nun gab es Yuri 2.0, einen Rücken ohne Knochen, und in einem mit Gin getränktem Tuch (Burgen Gin), von der deutschen Färse, Rasse Simmentaler.
Dieser wird erstmal vom äußeren Fett befreit und dann springt einem sofort sieht man die schöne rote Farbe und die geile Marmorierung ins Auge. Was ein Anblick. Als das Rückenstück in geschnittenen Steaks vor einem liegt, kann man es kaum erwarten, dass diese auf den Grill wandern. Und so kommt es auch. Als Kevin sich mit den Steaks nach draußen zu den Grills begiebt, hat er gefühlte 100 „Follower" an seinem Rücken. Auch diese Steaks kommen für kurze Zeit auf den heißen Grill, der zuvor mit etwas Fett abgerieben wurde und dürfen anschließend noch etwas in der Passivzone ruhen.
Auch zu diesem Fleisch gibt es das Wokgemüse aus dem Grillwok. Kevin hat genau den richtigen Garpunkt getroffen und das Fleisch liegt mit einem saftigen rosa Kern vor mir auf dem Teller. Es ist unglaublich lecker, dieses Mal traut man sich aber Pfeffer und Salz zu verwenden und man merkt den Unterschied zum Dry Aged Wagyu. Diese Feststellung ist aber wahrlich keine Beleidigung, sondern nur ein Randnotiz für den Vergleich.
Fleischstück Nummer 2 ist damit auch leider schon durch.

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Jetzt ist Klaus vom BBQ Store Kassel dran. Er hat 7 Wochen lang einen Schweinerücken und Schweinebauch im Dry Ager. Der Schweinebauch wird Außen vom Fett befreit und in Scheiben geschnitten und dann nochmal halbiert. Das Rückenfleisch wird vom Knochen gelöst und in Medaillons geschnitten. Anschließend kamen sie wie zu erwarten auf den Grill und wurden mit Salbei-Butter gebraten. Klaus bereitet die Medaillons auch Medium zu, schneidet die Stücke in dünnere Scheiben und reicht Sellerie-Püree dazu. Eine sehr gelungene Komposition. Allerdings muss man sagen, dass man nach 2 Rindstücken, von denen eines auch noch Wagyu-Fleisch ist, sehr verwöhnt ist und der Würdigung dieses auch besonderen Stückes Fleisch, nicht mehr so ganz nachkommt. Das merkte man auch bei der anschließenden Abstimmung, bei der jeder Besucher einem Stück Fleisch seine Stimme geben konnte. Das Wagyu-Stück von Flo gewann mit Abstand.  Man musste sich halt entscheiden.

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Was nehme ich von diesem Tag alles mit? Erstmal, dass ich Hoffnung habe, dass der Termin-Fluch nicht für ewig über mir hängt. Weiter wohl, dass man sich vorkommt wie ein aufgeregter Teenie, der auf seine Insta-Stars trifft. Sehr verrückt.
Kulinarisch war es für mich eine sehr große Erfahrung. Ich hatte kurz vorher mein erstes Dry Aged Stück gegessen und hatte somit wenig Erfahrung mit dem Geschmack von trockengereiftem Fleisch. Auch durfte ich zum ersten Mal in den Genuss von Wagyu-Fleisch kommen. Bei der Nähe zum Hof Rottmann bestimmt nicht das letzte Mal. Es gibt also weiter viel zu entdecken. 
Außerdem habe ich sehr viele nette Menschen kennengelernt, Darunter natürlich, Kevin, Flo und Klaus, wobei ich mit dem gar nicht geredet habe :D, Jana und Lars von Teller abgeleckt, im Nachhinein weiß ich auch, dass Olli von Steakgewitter da war ;), Dominik von Bullhorn BBQ, Dominik vom Wagyu Hof in Münster, der mich netterweise im Anschluss mitgenommen hat.
Fazit: Was ein geiler Tag, was für geile Leute.
Vielen Dank.

 

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